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So geht Freiheit - gestrandet auf einer Pirateninsel

Aktualisiert: 30. Jan.

Hast du dich eigentlich schon einmal gefragt wie Freiheit geht?

Nun ja, ich bin jetzt das zweite Jahr mit dem Rucksack unterwegs und lebe gerade auf der dritten und kleinsten Insel seit meinem Ausstieg aus meinem alten Hamsterrad. Ich habe mir die Frage seitdem oft gestellt und dabei gelernt darauf zu vertrauen, dorthin zu gehen, wo mich meine Intuition hin führt - denn dort finde ich ein Stück von ihr. Immer dann, wenn ich gerade einmal wieder das Gefühl hatte, dass es hier nicht mehr weitergeht oder meine Aufgabe gerade erledigt ist, führte sie mich an ganz ungewöhnliche Orte. Dort fand ich dann, was ich zuvor vergeblich suchte und mit dem Verstand irgendwie greifen wollte.

Nun bin ich auf einer nur 32 qkm großen Insel im libyschen Meer gestrandet, auf dem einst Piraten und politische Dissidenten ihre Zuflucht im Exil fanden.


Gavdos liegt 80km südlich von Kreta und rund 260km vor Libyen. Auf der Insel leben ca. 150 Einwohner, sie bildet den südlichsten Punkt Kontinentaleuropas und die Grenze zu Afrika. Sie ist insbesondere im Sommer als Badeinsel aufgrund ihrer türkisblauen Strände beliebt. Jetzt im Winter ist hier nichts los und quasi nur Einheimische unterwegs. Während gerade ein nordeuropäisches Tief Schnee über dem Festland abwirft, scheint hier noch die Sonne und es ist trotz einstelligen Temperaturen noch eine angenehm milde Luft.


Vor ein paar Tagen steckte ich noch inmitten meines "So geht Freiheit Mutmachbuch" Projekts, als sich dort eine unerwartete Veränderung ergab. Eine Autorin stieg aus dem Projekt aus, was mich dazu brachte den Energierahmen neu zu evaluieren und mir über die Wertvorstellungen bewusst zu werden. Seit Beginn des Projektes achtete ich ganz besonders darauf, dass die Energie stimmt und sich alle Projektbeteiligten abgeholt und eingebunden fühlen. Doch dabei übersah ich mich selbst und meine eigene Energiebilanz. Ich saß fast nur noch vor dem Bildschirm, schrieb, konzipierte und koordinierte. Doch für mich selbst und meine eigenen Bedürfnisse war kaum noch Zeit. Das spiegelte mir auch mein Umfeld.


Während ich also Einladungen für Wanderungen und Freizeitangebote ausschlug, um meine ganze Energie dem Projekt zu widmen, vernachlässigte ich mich selbst. Das geschah schleichend und im Gefühl ich würde doch die ganze Zeit etwas für mich tun. Doch das war bereits ein neuer Selbstbetrug, eine neue Traumaüberlebensstrategie. Das entlarvte ich jedoch erst dann, als mir der Spiegel vorgehalten wurde. So bemerkte ich dann plötzlich, dass ich mir mehr Zeit für mich und meine Verbindung mit der Natur nehmen durfte. Und so folgte ich der Einladung einer Freundin, mit der ich ein paar Tage zuvor einen Ausflug nach Chora Sfakion machte. Das ist ein kleines Hafendorf, von dem aus die Fähre nach Gavdos rüber fährt.

Sie schrieb mir dann von dort und erzählte von ihren Plänen auf die Insel überzusetzen. Ich bekam Reiselust. Also nutzte ich die Gunst der Stunde und beschloss mich zur Ressourcierung mit ihr auf den Weg auf die Insel zu machen. Abends traf ich nach innerer Arbeit die Entscheidung, packte kurzentschlossen meine Sachen und fuhr früh am Morgen los. Es fühlte sich einfach richtig an. Die See war sehr unruhig an diesem Tag und unser Magen wurde bei der 4,5 stündigen Überfahrt gut auf die Probe gestellt. Die Fahrt ging über zwei kleine Hafendörfer an der Küste, die nur per Schiff erreichbar sind. Kurz vor Ankunft auf der Insel regnete es, doch als wir an Land gingen, war es schon wieder trocken. Dort wurden wir dann von Georgios abgeholt und zu seiner Unterkunft mitgenommen, wo ich gerade am Kamin sitzend diese Zeilen schreibe.


Ich machte mich sofort auf eine kleine Erkundungstour zu Fuß und besuchte den Leuchtturm, wo ich das Titelfoto bei Sonnenuntergang schoß. Er liegt auf dem höchsten Punkt der Insel auf ca. 350m, von wo man einen wunderschönen Panoramablick genießen kann. Dort lief ich einfach durch die unverschlossene Tür hinein und wurde von drei Grenzsoldaten mit verwunderten Blicken begrüßt, die sich sichtlich über meinen unerwarteten Besuch wunderten. Dieser Punkt bildet die europäische Außengrenze zu Afrika und wird entsprechend überwacht. Ich war jedoch völlig allein unterwegs, keine Menschenseele weit und breit zu sehen.

Nach dem Rückweg ließ ich mich erst einmal in der Taverne kulinarisch verwöhnen und genoß meine wie ich hier noch annahm kurze Auszeit. Schließlich wollte ich bereits zwei Tage später wieder zurückfahren, doch daraus sollte dann nichts werden. Denn ich bin jetzt erst einmal auf der Insel gestrandet. Die Fähre fiel heute am Sonntag genau wie gestern aufgrund schlechten Seewetters aus, die nächste fährt erst wieder am Donnerstag zurück nach Chora Sfakion. Wenn sie fährt, das weiß man hier nie so genau, wie ich inzwischen weiß. Denn als ich gestern fragte, wann morgen die Fähre geht, wurde erst einmal kurz gelacht und dann geantwortet:

"We will know in the morning if it goes."

Danach spielte der DJ "Don't pay the ferry man" von Chris de Burgh. Ob das eine verdeckte Botschaft an mein Unterbewusstsein war? Was durfte ich also dadurch lernen? Nun ja, dass alles aus einem bestimmten Grund passiert und es keine Zufälle gibt. Denn dass ich jetzt genau hier landen sollte und erleben durfte, was ich erlebte, sollte offensichtlich genau so passieren wie es geschah. Wie die Dame heute am Nachbartisch sehr treffend formulierte:

"You land on Gavdos unprepared".

Meine Mitreisende verstand das in meiner Wahrnehmung nicht genau, bei mir machte es jedoch sofort Klick. Denn genau so war es. So wurde mir nämlich jetzt eine Zwangspause verordnet, die ich mir anders vermutlich gar nicht so erlaubt hätte. Ich war zwar mit minimalem Gepäck unterwegs, doch irgendwie hatte ich es schon im Gefühl, dass ich hier länger sein könnte. Und so war es. Meine Intuition führte mich hier her, um mich zu erden. Und genau so fühlt es sich richtig an wie es jetzt ist.

Wann erlaubst du dir deiner Intuition zu folgen und so die Freiheit zu erfahren, nach der du schon so lange gesucht hast?


Hast du jetzt Lust bekommen, dich von mir dabei begleiten zu lassen, deiner eigenen Intuition wieder mehr Raum zu geben? Um das zu entdecken, wonach du schon so lange suchst, dein Kopf aber keine Antwort dafür gefunden hat? Dann sprich mit mir und lass dich inspirieren.


Am 22.2.2022 startet die nächste 366 Tage Mentoringreise in deine Freiheit. Hier auf YouTube findest du mehr dazu.


Ich freue mich auf dich. Danke für's Mitlesen.


Von Herzen, Manuel

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