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Wachstum braucht die richtigen Menschen


Nicht jeder, der bleibt, meint es gut – und nicht jeder, der geht, ist ein Verlust

Es gibt Beziehungen, die fühlen sich nach Arbeit an. Nach ständiger Erklärung. Nach Rechtfertigung. Nach „Ich darf so nicht sein“. Und oft verwechseln wir genau das mit Loyalität, Tiefe oder Verantwortung.


Menschen, die dich anders haben wollen, die dich kontrollieren, bekämpfen oder klein halten, handeln selten aus Bosheit. Meist handeln sie aus Not. Aus Angst. Aus ungeheilten inneren Konflikten. Das macht ihr Verhalten erklärbar – aber nicht tragbar.


Aus traumapsychologischer Sicht ist das wichtig: Verstehen heißt nicht, sich weiter auszusetzen.


Wenn Nähe zur Bedrohung wird

In projektiven, übergriffigen Beziehungen passiert etwas Zentrales:

Der andere sieht dich nicht, sondern benutzt dich.


  • als Spiegel für das, was er selbst nicht fühlen will

  • als Projektionsfläche für eigene Ohnmacht

  • als Blitzableiter für ungelebte Aggression

  • als Beweis dafür, dass „die anderen“ schuld sind


Deine Klarheit wird dann als Angriff erlebt.

Deine Führung als Arroganz.

Deine Grenzen als Ablehnung.

Dein Wachstum als Gefahr.


Nicht, weil du etwas falsch machst – sondern weil du etwas verkörperst, wofür der andere innerlich noch keinen Raum hat.


Das ist kein Charakterfehler.

Das ist ein Bindungsmuster.


Warum manche Menschen dich klein halten müssen

Menschen, die sich selbst im Weg stehen, haben zwei Möglichkeiten:


  1. hinschauen, Verantwortung übernehmen, sich entwickeln

  2. oder die Spannung nach außen verlagern


Option zwei ist kurzfristig leichter.

Und dafür braucht es jemanden, der stark ist – aber verfügbar.

Jemanden, der viel versteht, viel trägt, viel hält.

Jemanden wie dich.


Das erklärt, warum gerade reflektierte, empathische, führungsstarke Menschen immer wieder in solchen Dynamiken landen.


Nicht weil sie schwach sind, sondern weil sie lange gelernt haben, zu bleiben.


Wahre Verbundenheit fühlt sich anders an

Es gibt sie: Menschen, die dich genau so haben wollen, wie du bist.


Nicht, weil du ihnen dienst.

Nicht, weil du sie regulierst.

Nicht, weil du dich anpasst.


Sondern weil du du selbst bist.


Diese Menschen:


  • freuen sich über deine Klarheit

  • respektieren deine Grenzen

  • unterstützen deine Vorhaben, ohne sie kontrollieren zu wollen

  • bleiben in Eigenverantwortung, auch wenn es unbequem wird

  • brauchen dich nicht kleiner, um sich selbst größer zu fühlen


Das sind keine perfekten Menschen.

Aber es sind reife Beziehungen.


Und sie fühlen sich oft ungewohnt ruhig an. Fast langweilig – für ein Nervensystem, das Drama mit Bindung verwechselt hat.


Die unbequeme Wahrheit: Liebe heilt keine Dynamiken

Viele von uns hoffen unbewusst:


"Wenn ich nur geduldig genug bin, verständnisvoll genug, liebevoll genug – dann wird es sich irgendwann drehen."


Das ist ein Trauma-Reflex.

Er stammt aus Zeiten, in denen Gehen keine Option war.

Heute ist sie es. Denn du darfst gehen.


Und hier wird es klar und ehrlich:


Du kannst niemanden in seine Größe begleiten, der sie nicht selbst betreten will.

Du kannst niemanden zur Verantwortung führen, der sie konsequent abwehrt.

Und du kannst niemanden heilen, der dich dafür benutzt, sich nicht selbst zu fühlen.


Was es dich kostet, wenn du bleibst

Solche Beziehungen kosten:


  • Lebensenergie

  • Kreativität

  • Selbstvertrauen

  • Klarheit

  • Präsenz im Hier und Jetzt


Und sie binden dich an alte innere Kämpfe, die nichts mit dem heutigen Moment zu tun haben. Es sind Grabenkämpfe aus der Vergangenheit, die immer wieder neu inszeniert werden.


Nicht, weil du sie suchst. Sondern weil dein Nervensystem sie kennt.


Neue Entscheidungen beginnen nicht im Kopf, sondern im Körper

Traumaheilung bedeutet nicht, andere zu verurteilen. Sie bedeutet, sich selbst ernst zu nehmen.


Ein paar ehrliche Impulse für den Alltag:


  • Spüre: Wie fühlt sich Kontakt nach dem Treffen an – weiter oder enger?

  • Beobachte: Darfst du dich entwickeln, oder musst du dich erklären?

  • Prüfe: Werden Grenzen respektiert oder diskutiert?

  • Erkenne: Wird Verantwortung übernommen oder externalisiert?


Nicht analysierend. Sondern somatisch. Verkörpert. Echt.


Dein Körper weiß oft lange vor deinem Verstand, was stimmig ist.


Führung beginnt bei dir

Grenzen zu setzen ist kein Angriff.

Klarheit ist keine Härte.

Distanz ist kein Liebesentzug.


Es ist Selbstführung.


Und ja – das kann einsam sein.

Vorübergehend.


Aber es schafft Raum. Für echte Begegnung. Für reife Menschen. Für Weggefährten, die nicht an dir ziehen, sondern neben dir gehen.


Die Brücke zur Heilung

In meinen Räumen geht es nicht darum, Menschen „abzuschneiden“ oder Schuldige zu finden. Es geht darum, alte Bindungsmuster zu verstehen und sie im Körper neu zu verhandeln.


Damit du:


  • nicht mehr kämpfen musst, um du selbst zu sein

  • nicht mehr bleibst, wo du dich verlierst

  • nicht mehr Verantwortung trägst, die nie deine war


Und damit auch dein Gegenüber eine Chance bekommt:

Nicht über dich – sondern über sich selbst zu wachsen.


Ein leiser, klarer Abschluss

Du darfst dich für Beziehungen entscheiden, die dich nicht klein halten.

Du darfst aufhören, dich an Menschen aufzureiben, die dich brauchen, damit sie nicht hinschauen müssen.


Und du darfst erkennen:

Verständnis ohne Konsequenz ist Selbstverleugnung.


Das ist kein Bruch.

Das ist Reifung.


Und sie beginnt genau hier – im Jetzt.

Bei dir selbst.


Denn dein Wachstum braucht die richtigen Menschen.


Wenn du dort genau hinschauen magst, bin ich für dich da. Aber gehen musst du selbst.


Disclaimer: Dieser Text reflektiert meine eigenen Erfahrungen, inneren Prozesse und Lernbewegungen. Er richtet sich nicht an konkrete Personen und ist keine indirekte Kommunikation. Wenn dich etwas daran berührt oder triggert, lade ich dich ein, dies als Impuls für deine eigene Selbstklärung zu nutzen.

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