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Einmal Erdung bitte - was so eine einsame Insel alles mit dir macht

Aktualisiert: 1. Feb.

Gestern Abend bin ich mit der Fähre von der Insel Gavdos zurückgekommen, auf der ich seit einer Woche gestrandet war.

Hier am Potamos-Strand auf Gavdos im Westen der 32qkm kleinen Insel habe ich zuvor an meinem letzten Tag bei sonnig-warmen Wetter nach mehrere Tagen eisiger Kälte stolz den Schriftzug meines gerade entstehenden ersten Buchprojektes in den Sand geschrieben. Nur wenige Sekunden später wischte ihn die im Hintergrund anrollende Welle bereits wieder weg - ganz wie im echten Leben. Im Sommer ist es einer der belebtesten Strände, da er genug Schattenplätze bietet. Jetzt im Winter ist hier aber keine Menschenseele - naja, fast, bis auf den alten Mann, der hier seit mehr als 10 Jahren lebt. Ich traf ihn bei meiner Wanderung an diesen magischen Ort, als er mit seinem voll beladenen Rucksack mit einem selbstgebastelten Wanderstock in seinen schwarzen Vans (Skater-Turnschuhe) den steinigen und abschüssigen Weg hinunter ging und mich dazu einlud, mit ihm ein Stück des Weges zu laufen. Ich hatte an diesem Tag nicht erwartet, hier überhaupt jemanden anzutreffen, und war deshalb erst einmal etwas überrascht und nicht wirklich gesprächig. Die Tage zuvor waren sehr intensiv, da einige innere Themen durch mein System liefen. Auf den nachfolgenden Fotos kannst du dir einen Überblick von diesem magischen Ort verschaffen, den ich definitiv in meinem Leben noch ein zweites Mal besuchen werde, um hier ein paar Tage outdoor am Strand zu übernachten. Vielleicht sogar in einer Gruppe mit Männern, um gemeinsam an inneren Themen zu arbeiten. Hättest du da Lust drauf?

Ich hatte mich schon gefragt, wie der alte Mann, dessen Namen ich mir leider nicht merken konnte, wohl seinen Lebensunterhalt bestreitet. Rente oder obdachlos dachte ich mir, habe mich aber nicht getraut ihn so direkt zu fragen. Leider ergab sich nach der Wanderung kein persönliches Gespräch mehr, aber ich bin mir sicher, wenn es sein soll, wird das bei der nächsten Gelegenheit noch passieren. Dafür erfuhr ich später von der Bäckersfrau Stella noch mehr über ihn. Mit Stella spürte ich eine sehr intensive Verbindung, da wir direkt eine Herzverbindung hatten. Nicht nur macht sie mega leckeren Schokokuchen, sondern ist einfach eine ganz besonders herzliche Seele. Sie erzählte mir am Tag meiner Abreise, als ich morgens mein Frühstück bei ihr abholte, etwas mehr über den geheimnisvollen Mann vom Strand. Während die beiden Soldaten vom Militärstützpunkt am Leuchtturm (südlichster Punkt und Außengrenze Europas nach Libyen) dort ihren Kaffee tranken, berichtete mir Stella, dass der geheimnisvolle Einsiedler im Sommer in einer der Touristentavernen kocht. Mir erzählte er bereits, dass er früher in Athen lebte und ihm dort irgendwann das hektische Stadtleben zu viel wurde. Von Stella erfuhr ich dann zudem, dass er angesehener Sternekoch in einem hochexklusiven Hotel war, bevor er sich dafür entschied, dort alles für ein Leben auf einer einsamen Insel aufzugeben. Gerne hätte ich mit ihm ein paar Worte mehr gewechselt und seine ganze Geschichte erfahren. Bereits bei meiner Ankunft am Strand hatte ich das Gefühl, dass er eine erzählenswerte Geschichte in sich trägt, die ich gerne aus ihm herauslocken würde. Beim nächsten Mal dann, wenn ich dort übernachte.


Auch wenn er mir zwar zum selben Rückweg riet, so entschied ich mich für den gefährlicheren Aufstieg über eine abschüssige Strecke, die über einen Murenabhang an dem Sandsteingebirge im Rücken des Strandes führte. Ich hatte Lust einen anderen Weg zurückzugehen, der über abgesperrtes Gelände führte. Das griechische Schild am Zaun konnte ich nicht lesen und somit nur mit einem Gefühl etwas Verbotenes zu tun das Grundstück durchschreiten, ohne wirklich zu wissen wogegen ich gerade eigentlich verstieß. Doch so kam ich dann wieder über die Schweinefarm zurück, auf der mich ein paar Tage zuvor ein paar grunzende Schweine begleitet hatten. Ich stellte mir vor, dass mich das wieder so glücklich machen würde, doch heute waren die neugierigen Schweine leider nicht draußen. Dafür die Gänsefamilie, der ich dort stattdessen begegnete.

Wenn ich jetzt selbst gerade nach oben blicke und mir die Fotos so anschaue, könnte ich selbst dabei glauben, dass es der absolute Traumausflug auf die Insel war, der wie im Bilderbuch von strahlend blauem Himmel und Sonnenschein begleitet war. Doch das wäre nur die halbe Wahrheit, denn die meiste Zeit auf der Insel war es wie im Rest Europas kalt, eisig und windig. So kalt, dass bei mir bereits der Wunsch nach einem Umzug an einen anderen Ort auf der Welt aufkam, dem ich über einen Post in einer „Wohnen gegen Hand“ Gruppe auch tatsächlich nachging. Dazu aber in einer späteren Geschichte mehr.


Meine Zeit auf Gavdos schien einen ganz bestimmten Zweck zu erfüllen, wie so jede innere oder äußere Reise das an sich hat, wenn du dem Raum gibst. Denn der Anlass, dass ich überhaupt hierher kam, war ein eher unerfreulicher. Ich hatte wieder einmal mit massivem Energieraub zu tun, gegen den ich mich abgrenzen durfte. Leider bemerkte ich ihn erst sehr spät, wodurch ich mich selbst bereits enorm verausgabt und in alten Mustern verstrickt hatte. Das zwang mich dann dazu, alle mir zur Verfügung stehenden Angebote in Anspruch zu nehmen, auf die ich Zugriff hatte, um mich selbst wieder zu ressourcieren und zurück in meine eigene Größe zu finden. Dabei hatte ich zum Glück die Unterstützung von der Buch-Co-Autorin Lilian, mit der ich als reisende Gestalttherapeutin bereits seit einiger Zeit an meinen eigenen Themen arbeite. Nach einem zunächst gescheiterten Versuch, mit ihrem damaligen Partner zu Fuß nach Peru zu wandern, lebt sie gerade mit ihrer Tochter Mirinda allein in Südamerika. Darüber erzählt sie auch im "So geht Freiheit" Buch. So haben wir dann per Telefon einen Anteil von mir wieder integriert, der meine eigene Größe betraf. Denn ich machte mich kleiner, als ich war, und empfand das als große Last. Im Ergebnis strengte ich mich dann im Außen mehr an, als ich das in Wirklichkeit hätte tun müssen.


Auf Gavdos lernte ich dann, dass ich meinen Raum einnehmen darf, wenn ich ihn für mich brauche. Dass ich nicht für die unerfüllten Bedürfnisse anderer verantwortlich bin, wenn diese nicht klar kommuniziert werden und ich sie nicht erfüllen möchte. Dass ich mir selbst so wichtig sein darf, wie ich es mir selbst wünsche, und meine eigenen Bedürfnisse erfüllen darf, auch wenn sie nicht denen anderer entsprechen. Dass ich in meinem eigenen Tempo das tun darf, was mir gut tut und sich gerade richtig anfühlt, auch wenn rationale Gründe dagegen sprechen. So wie etwa die Tatsache, dass sich als neue Gewohnheit auf dieser Pirateninsel etabliert hat, abends am Kamin zu sitzen und ein Glas Whiskey zu meiner Dose Cola zu trinken. Dazu hatte ich das Bedürfnis mich kulinarisch verwöhnen zu lassen, anstatt wie zuletzt im Wohnwagen in Plakias selbst zu kochen. Mein Geldbeutel und das immer kleiner werdende Finanzpolster sprachen dagegen, doch mein Bedürfnis nach einer Form von Geborgenheit dafür. Draußen war es eisig kalt, und so hielt ich mich irgendwie innerlich am Leben. Ich spürte mich wieder. Nach Tagen der energetischen Verausgabung.

Hier am Kamin verbrachte ich also die meiste Zeit, solange es draußen kalt und windig war. Ich genoss die Anwesenheit der interessanten Gesellschaft, die hier so auf der Insel lebt. Ein Mix aus gestrandeten Individualisten und Aussteigern aus verschiedenen Teilen der Welt sowie Piraten und Seeleuten - zumindest interpretierte ich das so aus meiner eigenen Vorstellung und mancher Optik nach zu urteilen. Ich verstand kein Wort, fühlte mich aber pudelwohl und als Teil einer kleinen Familie an Menschen, die es aus irgendeinem Grund auf diese einsame Insel verschlagen hatte. Wie die Bulgarin vom Nachbartisch bereits sagte:

„You land on Gavdos unprepared.“

Und genau so war es. Denn ich hatte mich nur für ein kurzes Wochenende eingestellt, verbrachte dann aber eine ganze Woche auf der Insel. Spannend war, dass mein Unterbewusstsein dafür gesorgt hatte, genau so viele Sachen mitzunehmen, wie ich für meinen tatsächlichen Aufenthalt auch brauchte. Zwar musste ich vorher nochmal per Hand waschen und tagelang alle verfügbaren Schichten anziehen, um den Temperaturabfall einigermaßen warm zu überstehen. Doch das stellte auch für die ansonsten hitzegewöhnten Griechen eine Ausnahmesituation dar. Seit 20 Jahren gab es nicht mehr so viel Schnee im Land erzählte mir heute der Nachbar Nikos in Plakias. Wofür war es also gut, dass ich genau während dieser Kältewelle nach Gavdos gespült wurde? Das Geschenk, das ich darin für mich entdeckte, war die intensive Verbindung mit mir selbst und meiner reduzierten Umgebung. Denn letztlich war es genau das, was ich mir in der Tiefe meines Herzens in meinem Leben am meisten wünsche: viel Zeit für mich, offline in der Natur sein, echte Verbindung mit Menschen erleben, Naturschauspiele genießen wie sie kommen, viel Bewegung und wandern, dabei intensive Innenarbeit geschehen lassen und Impulse mit Menschen teilen, die offen dafür sind und diesen Weg ein Stück mitgehen wollen.

Meine Erkenntnis dieser intensiven Woche: ich möchte gar nicht online arbeiten! So wie ich es sich bereits zu Beginn meiner Selbständigkeit vor dem ersten Lockdown angefühlt hatte. Mein Wirken wird offline an magischen Kraftorten wie diesen an verschiedenen Orten der Welt stattfinden. Ich werde zwischen diesen Orten hin- und herreisen, dabei immer wieder interessanten Menschen begegnen, die mein Leben bereichern und mir mehr Energie geben, als sie von mir nehmen. Wie ich es bereits im Mentoring mit der Buch-Co-Autorin Tina für mich gespürt und benannt hatte: ich sitze in meiner einsamen Projektorenhütte (sinnbildlich für einen Ort, an dem ich abgeschieden lebe) und verbringe dort heilsame und verbundene Zeit für mich und mit mir, um dann zu bestimmten Zeiten meine Türen für andere Menschen zu öffnen, mit denen ich an ihren Themen arbeite. So will ich es haben. Jetzt darf es in mein Leben kommen.


Danke Gadvos für diese intensive Lernerfahrung. Ich fühle mich tief verbunden mit dir. Efcharisto poli.


Hast du jetzt Lust bekommen, dich von mir inspirieren und bereichern zu lassen, um auch wieder zurück zu dir selbst und mehr in deine eigene Energie zu kommen? Dann nutze die derzeit noch verfügbaren Online-Möglichkeiten, um dich in einem meiner Formate mit mir ortsunabhängig zu vernetzen, solange es diese Optionen noch gibt. Denn sobald ich meinen Ort gefunden habe, an dem ich zurückgezogen leben möchte, kannst du mich nur noch persönlich an ausgewählten Orten der Welt antreffen. Derzeit überarbeite ich deshalb das Online-Angebot und bereite ein spezielles Mentoringprogramm auf freiwilliger Wertschätzungsbasis vor, damit du erfahren kannst, was es bedeutet mit mir zu arbeiten.


Dein Leben wird sich dabei verändern, so viel ist sicher!


Schau dir hier einige Stimmen bisheriger Klienten an, sie sprechen für sich. Und trage dich am besten in den Newsletter ein, um keines meiner künftigen Angebote zu verpassen.


Let‘s #justfuckindoit, because anything is possible.


Von Herzen,


dein Manuel

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