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Erstes Tages-Retreat "Frau, Tochter & Mutter sein" Kassel

Hier ein paar Eindrücke von unserem 1. Tagesretreat am 9.9.2023 in der Nähe von Kassel:

An diesem Tag haben wir uns in einer Gruppe von 8 Frauen dem Thema "Frau, Tochter und Mutter sein" gewidmet, um dort die symbiotisch verstrickten Rollenidentifikationen mit der eigenen Mutter im Traumaschmerzkörper energetisch aufzulösen. Dazu haben wir ein buntes Programm gestaltet, das von 9 Uhr morgens bis 9 Uhr abends ging und sich am Lagerfeuer mit offenem Ende auflöste. Gastgeberin war Jenny aus der Nähe von Kassel, die uns dort in ihr wundervolles Holzhaus am Ortsrand einlud, um dort in ihrem riesigen Wohnzimmer vor dem Kaminofen in einer Sharingrunde damit zu beginnen, das Tagesretreat einzuläuten. Wir sammelten zunächst die Themen, die die Teilnehmerinnen mitbrachten und an diesem Tag in den bevorstehenden Aufstellungen und Embodiments-Sessions auflösen wollten.


Das ging von Schuldgefühlen, Verantwortungsgefühl für die eigene Mutter, stark sein oder alleine bleiben müssen, Abwesenheit des Vaters, Beschützerrollen, funktionieren & leisten, Tabus und "Schein statt Sein" über Krisen in der Partnerschaft, interkulturelle Hintergründe, nicht bei der Mutter aufgewachsen sein, gestörter Mutterbindung, Scheidung und Retterrollen bis hin zu unerfüllten Kinderwünschen, Grenzüberschreitungen, rebellieren, unterdrückter Wut, sich selbst klein machen, Krankheiten wie Essstörungen oder Burnout und die Anerkennungssuche über Leistung statt Liebe. All diese Themen sollten uns über diesen Tag hinweg begleiten, denn bereits die erste Frage "Wer bist du oder glaubst du zu sein?" forderte die Teilnehmerinnen bereits ziemlich heraus, sich über ihre eigene Identität Gedanken zu machen und den vielen Unklarheiten dabei einmal wirklich bewusst zu werden. Denn die meisten Rollenbilder entsprangen den Vorstellungen der Gesellschaft, der eigenen Eltern oder dem, was andere von uns denken sollen - doch was will ich selbst eigentlich? Dieser Frage gingen wir in den kommenden ICH-Arbeiten tief auf den Grund.


Doch zunächst begleitete Michelle die Teilnehmerinnen in einer Embodimentsession bei Sonnenschein im Garten dabei, in die körperliche Entspannung zu gehen, das Nervensystem zu beruhigen und bei sich selbst anzukommen. Nach einer kurzen Pause mit einem kleinen Soundhealing starteten wir dann in die erste generische Aufstellungsarbeit zum Retreat-Tagesmotto, in der wir uns den Rollenbildern als Frau, Tochter und Mutter widmeten. Dabei ging es schnell ins Eingemachte, denn anstatt nicht nur die Rolle "Frau", sondern auch die der Tochter und Mutter zu besetzen, gingen die Teilnehmerinnen zunächst in die Rollen "alleine", "Stimme", "Retterin", "Wut", "Grenze", "Gefühle" und "Stärke", um ihren Anteil an der toxischen Verstrickung mit dem mütterlichen Familiensystem und dort die Abhängigkeiten sowie unerfüllbaren Bedürfnisse zu erkennen. Die "Retterin" wollte gar niemanden retten, sondern lieber in die Autonomie gehen, wofür ihr aber der Antrieb fehlte. Die "Wut" war eine verstummte, kraftlose Verbündete, "Stärke" oft verwirrt und eher angepasst. "Alleine" war völlig hilflos, "Stimme" verlieh zwar jedem Anteil Ausdruck, der war aber nur so stark, wie die Klarheit des jeweiligen Anteils. "Grenze" sprang hin und her und wusste gar nicht so richtig, wogegen es sich denn eigentlich abgrenzen sollte. Und "Gefühle" wollte gefühlt werden, aber das wusste "Frau" eben gar nicht so richtig, wie das eigentlich gehen soll.


Kurze Notiz dazu: jedes System versucht sich stets selbst zu erhalten, gleichzeitig haben wir als Mitglieder dieses Systems aber den natürlichen Drang, den Konflikt darin zu finden und ihn aufzulösen. Doch genau das geht bei kollektiven Projektionsflächen wie dem Frau-sein eben nicht. Eine Heilung ist immer nur im eigenen System möglich - direkt an der Wurzel des eigenen Traumas, in der die eigenen blockierten Emotionen gespeichert sind.


Und so kam es dann, wie es kommen musste, indem ich am Ende selbst in die Mutterrolle ging, um dort die volle Ladung der kindlichen Wut abzubekommen und dabei mit den eigenen ungeheilten Traumawunden konfrontiert zu werden. Diese wollte ich jedoch in meiner Rolle als Mutter gar nicht anschauen, weil ich selbst damit völlig überfordert war. Zuvor war ich so in einer Machtposition, als meine Tochter (in der Rolle der Frau) sich so sehr mit sich selbst beschäftigte, dass sie mich zunächst energetisch gar nicht im Raum bemerkte. Sie versuchte solange vergeblich, diese Verstrickungen mit dem mütterlichen Trauma aufzulösen. Dabei verlor sie sich selbst im Chaos der Verstrickungen und in der eigenen Trägheit, anstatt sich selbst zu retten und den Weg in die gesunde Autonomie zu gehen. Hier setzt deshalb genau die Wirkung der ICH-Arbeit an.


In der Mittagspause gab es dann genug Zeit, um sich kulinarisch zu stärken und im Garten zu erholen, bevor wir um 15 Uhr mit einer längeren Embodimentsession weitermachten, die Michelle allein im Kreis der Frauen durchgeführte. Dort ging es darum, im eigenen Schmerz gesehen zu werden und das Gefühl zu bekommen, damit nicht alleine zu sein. Dazu gab es eine Paarübung, bevor im zweiten Teil die eigenen Talente Raum bekamen und sich die Frauen damit in der Gruppe zeigten, um eine neue verkörperte Erfahrung zu machen.


Danach gingen wir in die ICH-Anliegenarbeit, dort hatte eine Frau die Möglichkeit, mit ihrem eigenen Anliegen "Ich will lieben und den Schmerz meiner Mutter nicht spüren" in Resonanz zu gehen. Es war die wichtigste Arbeit des Tages, aufbauend auf der generischen Aufstellung vom Vormittag. Es ermöglichte ihr, die symbiotische Verstrickung mit der eigenen Mutter aufzulösen und aus der Schwere des transgenerationalen Traumaschmerzes auszusteigen. Denn dort hatte sie die eigene Fähigkeit zu lieben gegen das Leisten eingetauscht, um den eigenen Schmerz des Alleinseins nicht zu fühlen und stattdessen über Anerkennung im Außen einen Ersatz zu bekommen. Dadurch hatte sie sich jedoch von ihren eigenen Gefühlen und wahren Bedürfnissen abgespalten, was sie in eine Essstörung und später in den Burnout trieb. Auch in ihrem Beziehungsleben sorgte das dafür, dass sie toxische Partnerschaften führte, in denen sie sich nie richtig auf jemanden einlassen konnte. Sie wurde also nicht nur als Kind von der völlig überforderten Mutter allein gelassen, sondern verließ sich immer wieder selbst, um diesen tiefen Mutterliebe-Schmerz weit weit weg zu verdrängen.


Diese Selbstbegegnung endete damit, dass sich "Ich", "lieben", "alleine" und "leisten" mit ihr verbanden und dabei halfen, sich in der Wiedervereinigung mit ihren eigenen Anteilen vom Schmerz der eigenen Mutter zu lösen und diese sich so wieder selbst und ihrer eigenen Verantwortung für deren Traumagefühle zu überlassen. Durch die Unterstützung von "lieben" im Kontakt mit "alleine" und der Ressource "leisten" in Kooperation mit ihrem eigenen "Ich" wurde es möglich, sich schrittweise vom transgenerationalen Traumaschmerz zu lösen - auch wenn dieser noch nicht ganz gehen konnte, da er für die Stabilität ihres Systems eine tragende Rolle spielte. Von den Resonanzgeberinnen wurden Tränen geweint und Gefühle gefühlt, die der Anliegengeberin dabei halfen, sich selbst und ihrem eigenen Ich wieder schrittweise näher zu kommen, um sich selbst mehr zu lieben, anstatt zu leisten.


Nach dieser intensiven Arbeit gab es dann das Abendbuffet, bevor wir uns am Lagerfeuer mit einem Feuerritual und gemeinsamem Trommeln von allem Alten verabschiedeten und das in einer persönlichen Zeremonie losließen, was uns heute nicht mehr dienlich ist. So klang der Abend dann entspannt in der Gruppe am Feuer mit zarten Tönen der Handpan und Kalimba begleitet von Percussion und Trommeln aus, während in jedem von uns noch die energetischen Prozesse dieses intensiven Tages nachwirkten. Völlig erfüllt von diesem wundervollen Retreat fuhren wir dann alle nach Hause, wo für den einen oder anderen noch weitere Traumaresonanzen warteten, die an diesem Tag zur Heilung angestoßen wurden.


Wenn auch du jetzt Lust bekommen hast, an den Verstrickungen mit deiner Herkunftsfamilie zu arbeiten und dich nachhaltig vom emotionalen Ballast deiner Mutter und/oder Vater zu lösen, dann lade ich dich herzlich zur ICH-Anliegenarbeit ein, die regelmäßig jeden zweiten Mittwochabend als generische Themenarbeit, jeden ersten Sonntagmorgen als Selbstbegegnung sowie jeden dritten Sonntagmorgen als Familienaufstellung online sowie derzeit auch offline im Rahmen von Retreats stattfindet. Wenn du dir dazu eine persönliche ICH-Beratung wünschst, um dein eigenes Anliegen zu finden, kannst du sie dir hier buchen. In der Telegramgruppe findest du überdies Möglichkeiten zum Austausch mit anderen TeilnehmerInnen meiner Inner Constellation Healings, Circles & Retreats - dort schenke ich dir regelmäßig wertvolle Impulse zur Traumaheilung und meiner ICH-Aufstellungsarbeit.


Das nächste Tagesretreat zum Thema "Frau, Tochter und Mutter sein" findet am 30.9.2023 in der Roten Mondin Jurte in München statt. Am 15.10. (Kassel) und 28.10.2023 (München) wird zudem ein Tagesretreat zum Thema "Selbstliebe - die Beziehung zu dir selbst" stattfinden. Und am 8. und 21.10.2023 gibt Michelle Embodiment-Workshops in Kassel über emotionales Essen. Alle Infos zu unseren Retreats & Workshops findest du hier.

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