Wenn Weiblichkeit sich unsicher anfühlt
- Manuel Schönthaler

- 31. Dez. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 5 Tagen

Wie frühe Prägungen durch Mutter und Vater das Selbstbild, Beziehungen und Sexualität von Frauen formen
Viele Frauen tragen eine tiefe innere Spannung in sich, ohne sie klar benennen zu können. Sie funktionieren, lieben, geben, halten aus – und fühlen sich dabei oft innerlich leer, angespannt oder falsch. Nähe ist gleichzeitig ersehnt und bedrohlich. Sexualität ist selten wirklich frei, sondern mit Anpassung, Angst, Leistungsdruck oder Abspaltung verbunden.
Vielleicht kennst du das:
Du verlierst dich leicht in Beziehungen.
Du spürst deine Grenzen zu spät oder gar nicht.
Du fühlst dich verantwortlich für die Gefühle anderer.
Du hast Schwierigkeiten, Lust zu empfinden oder deinen Körper zu bewohnen.
Oder du gerätst immer wieder in Beziehungen mit emotional nicht verfügbaren, kontrollierenden oder übergriffigen Partnern.
Diese Muster entstehen nicht zufällig. Sie haben eine Geschichte.
Wenn die Mutter kein sicherer Ort war
Für viele Frauen liegt der Ursprung ihrer inneren Unsicherheit in der Beziehung zur Mutter. Nicht, weil die Mutter „schuld“ wäre, sondern weil sie selbst oft zu wenig Halt hatte.
Typische Prägungen sind:
eine emotional kalte oder abwesende Mutter
eine überforderte, depressive oder selbst traumatisierte Mutter
eine kontrollierende, manipulative oder beschämende Mutter
eine Mutter, die das Kind brauchte, statt es zu halten
Ein Mädchen lernt in solchen Beziehungen früh:
"Meine Bedürfnisse sind zu viel."
"Ich muss mich anpassen, um geliebt zu werden."
"Nähe bedeutet Vereinnahmung oder Verlust meiner selbst."
Das prägt das gesamte spätere Beziehungserleben – besonders zu sich selbst.
Der Vater als Maßstab für Nähe, Wert und Sicherheit
Auch die Beziehung zum Vater hinterlässt tiefe Spuren:
ein emotional oder physisch abwesender Vater
ein abwertender, autoritärer oder gewalttätiger Vater
ein übergriffiger oder sexualisierender Vater
oder ein Vater, der das Kind idealisierte, aber nicht wirklich sah
Viele Frauen entwickeln daraus unbewusste Überzeugungen wie:
"Ich muss leisten oder gefallen, um wertvoll zu sein."
"Männer sind gefährlich oder unzuverlässig."
"Nähe bedeutet Machtgefälle."
Später zeigt sich das oft in der Partnerwahl – und im inneren Erleben von Sexualität.
Sexualität als Anpassung oder Abspaltung
Wenn frühe Bindung unsicher war, wird Sexualität für viele Frauen kein Ort von Genuss, sondern von Anpassung oder Überleben.
Das kann sich zeigen als:
fehlende Lust oder innere Leere
Schmerzen, Vaginismus oder Scheidentrockenheit
das Gefühl, beim Sex „nicht ganz da“ zu sein
Sexualität, um geliebt oder gehalten zu werden
Schwierigkeiten, eigene Wünsche zu spüren oder zu äußern
Der Körper schützt dort, wo er früh lernen musste, dass Nähe nicht sicher ist.
Das ist kein Versagen – es ist eine intelligente Reaktion.
Wenn Macht, Unterordnung oder Kontrolle Teil der Beziehung werden
Manche Frauen geraten immer wieder in Dynamiken von Dominanz und Unterordnung. Sie ordnen sich unter, halten aus, erklären, verzeihen – oder wechseln irgendwann unbewusst die Seite und übernehmen Kontrolle.
Häufig liegen darunter frühe Erfahrungen von:
Grenzverletzung
emotionaler Vereinnahmung
Schuldumkehr
oder dem Gefühl, für das emotionale Gleichgewicht der Eltern verantwortlich zu sein
Solche Muster setzen sich fort, solange sie innerlich nicht erkannt und gelöst werden.
Täterintrojekte und innere Spaltung
Viele Frauen tragen verinnerlichte Stimmen ihrer Eltern in sich:
die abwertende Mutter
der kontrollierende oder beschämende Vater
die implizite Botschaft: So wie du bist, bist du nicht genug.
Diese sogenannten Täterintrojekte wirken von innen weiter:
als innere Härte
als Selbstverurteilung
als Misstrauen gegenüber eigenen Gefühlen
oder als Angst vor der eigenen Kraft und Klarheit
Viele Frauen kämpfen gegen diese Stimmen – und verlieren dabei den Kontakt zu sich selbst.
Wenn die eigene Identität unscharf bleibt
Fehlende Spiegelung in der Kindheit führt oft dazu, dass Frauen nicht wirklich wissen:
"Wer bin ich, wenn ich nicht funktioniere?"
"Was will ich wirklich?"
"Wo höre ich auf, wo beginnt der andere?"
Unklare Identität zeigt sich dann in Beziehungen, Beruf und Sexualität – als innere Orientierungslosigkeit oder ständiges Zweifeln an sich selbst.
Der Weg heraus: innere Sicherheit statt Selbstoptimierung
Heilung entsteht nicht durch „besser funktionieren“, mehr Wissen oder noch mehr Anpassung. Sie beginnt dort, wo eine Frau sich selbst wieder begegnet – jenseits alter Rollen.
Der entscheidende Schritt ist:
die eigene Geschichte ernst zu nehmen
innere Verstrickungen zu erkennen
Täterintrojekte zu entlarven
und eine eigene, verkörperte Identität aufzubauen
Wenn innere Sicherheit wächst, verändert sich vieles von selbst:
Grenzen werden klarer
Beziehungen ehrlicher
Sexualität freier
und das Gefühl, „falsch“ zu sein, verliert seine Macht
Du bist nicht zu sensibel – du warst zu lange allein
Wenn du dich in diesem Text wiederfindest, dann nicht, weil mit dir etwas nicht stimmt, sondern weil dein System früh lernen musste, sich anzupassen, um zu überleben.
In meiner Heilarbeit begleite ich auch Frauen dabei,
sich selbst wieder zu spüren
alte Bindungs- und Täterdynamiken zu lösen
ihre Identität zu stärken
und Nähe nicht länger mit Selbstverlust zu verwechseln
Sanft, klar und in deinem Tempo.
Du musst nichts beweisen.
Du darfst ankommen – bei dir.
Wenn du spürst, dass es Zeit ist, dich nicht länger allein durch diese Themen zu tragen, ist Unterstützung kein Rückschritt, sondern ein Akt von Selbstachtung. Hier kannst du mich buchen.
Wenn Weiblichkeit sich unsicher anfühlt, dann kannst du heute selbst für Sicherheit sorgen.
In dir.
Disclaimer: Dieser Text reflektiert meine eigenen Erfahrungen, inneren Prozesse und Lernbewegungen. Er richtet sich nicht an konkrete Personen und ist keine indirekte Kommunikation. Wenn dich etwas daran berührt oder triggert, lade ich dich ein, dies als Impuls für deine eigene Selbstklärung zu nutzen.



